PRESSETEXT

Nachhaltige Lebensräume schaffen

Saint-Gobain Glass stellt Lebenszyklusanalyse seiner Produkte vor

Als weltweit erster Glashersteller hat Saint-Gobain Glass eine umfassende Lebenszyklusanalyse (engl.: life cycle assessment, LCA) seiner Produkte durchgeführt und damit eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltschutz übernommen. Die sich daraus ableitenden Umweltdeklarationen für einzelne Produkte bilden die Basis für weitere Optimierungen zur nachhaltigen Produktion von Flachglas.

Die Gefährdung unserer Umwelt wird immer mehr Menschen bewusst und motiviert Unternehmen und Bürger, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Saint-Gobain Glass setzt sich seit langem für einen umfassenden Umweltschutzprozess ein und beteiligt sich am Engagement der gesamten Saint-Gobain-Gruppe, nachhaltige Lebensräume zu schaffen. Um auf diesem Weg voranzugehen, hat Saint-Gobain Glass im Jahr 2009 Lebenszyklusanalysen (LCA) der eigenen Produkte eingeführt. Das LCA ist ein strenges und transparentes Instrument, das die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks eines Produktes erlaubt. Die detaillierten Analysen sind das Herzstück eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Basierend darauf ergeben sich für Saint-Gobain Glass drei Leitsätze:

  • 1. Berechnung der Auswirkungen von Glasprodukten auf die Umwelt
  • 2. Reduzierung dieser Auswirkungen durch tägliche Optimierung der Prozesse und Produkte
  • 3. „Ökoinnovation“, um neue, noch umweltverträglichere Produkte zu entwickeln

Strenge Methode im Dienste der Umwelt

Ausgehend von internationalen Normen (ISO 14 025, 14 040 und 14 044) erlaubt das LCA die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks eines Produktes in jeder Phase seines Lebenszyklus’ – vom Abbau der Rohstoffe bis zum „End of Life“ über alle Fertigungsschritte hinweg. Dank dieser Methode werden alle Auswirkungen des jeweiligen Produktes auf die Umwelt analysiert, etwa CO2-Emissionen, Energie- und Wasserverbrauch, Wasser- und Luftverschmutzung usw. Die sich so ergebende Ökobilanz eines Produktes ist von entscheidender Bedeutung, um den Einfluss von Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen bereits in der Entwicklung und Herstellung von Gläsern bewerten zu können.

Die LCA-Ergebnisse wurden durch eine externe Organisation überprüft und in Form einer Umweltproduktdeklaration (EPD) präsentiert.

Generell wird zwischen drei Typen von EPDs unterschieden:

  • cradle to gate umfasst die Herstellungsphase eines Produktes unter Berücksichtigung sämtlicher Vorketten wie Rohstoffgewinnung und Transport.
  • cradle to grave schließt den Einbau ins Gebäude, die Nutzung und Pflege, Austausch, Abriss, Wiederaufbereitung und Entsorgung mit ein.
  • cradle to cradle erfordert, dass ein Produkt ohne Abfallentsorgung komplett wieder verwertbar oder recyclebar ist.

Saint-Gobain Glass hat auf Basis der internationalen Normen EPDs des Typs cradle to grave erstellt. Jede EPD bezieht sich auf eine Einheit von einem Quadratmeter bei einer angenommenen Lebensdauer von dreißig Jahren.

Beispielhafte Ergebnisse im Einzelnen

Die Auswertung der EPDs für das Zweifach-Isolierglases SGG CLIMAPLUS (Aufbau 4-16-4) zeigt, dass 95 % der eingesetzten Energie in der Produktion verwendet werden. Davon entfallen 64 % auf die Produktion des Basisglases und 26 % auf den Isolierglas-Verbund. Der Energieaufwand für Beschichtung (4 %) und Transport (5 %) ist vergleichsweise gering. Interessante Ergebnisse liefert auch die Analyse des Wasserverbrauchs: Fast zwei Drittel (65 %) des gesamten Wassers wird für die Produktion synthetischer Soda eingesetzt, während bei der eigentlichen Glasherstellung nur ein Drittel (33 %) der Gesamtmenge an Wasser verwendet wird. Bei den CO2-Emissionen ist die Produktion, einschließlich der Vorketten, mit 70 % wieder größter Faktor, die Werte für Montage (19 %), Beschichtung (5 %) und Transport sind gering. Insgesamt werden durch die Herstellung von 1 qm SGG CLIMAPLUS(4-16-4) rund 31,4 kg CO2 freigesetzt. Zum Vergleich: Bei der Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch werden etwa 15,3 kg CO2 äqu. ausgestoßen.

135-fache Energieeinsparung innerhalb von 30 Jahren

Bei der Herstellung einer Verglasung wird Energie verbraucht, da die Rohstoffe (wie beispielsweise Sand) auf bis zu 1.600°C erhitzt werden müssen, um zu schmelzen und in Glas umgewandelt zu werden. Doch dank der ausgezeichneten thermischen Eigenschaften, also dem U-Wert, spart eine wärmedämmende Doppelverglasung wesentlich mehr Energie ein als eine Einfachverglasung. Die Berechnung eines Wohnhauses nach dem französischem Standard RT 2005 (Haus Mozart) an vier klimatisch verschiedenen Standorten ergab: Innerhalb von drei Monaten wird die für die Herstellung einer Doppelverglasung wie SGG CLIMAPLUS benötigte Energie durch die eingesparte Energie (im Vergleich zu einer Einfachverglasung) wieder wettgemacht. Bezogen auf eine Dauer von 30 Jahren spart ein Haushalt auf diese Weise das 135-fache der Energie ein, die für Herstellung der Doppelverglasung SGG CLIMAPLUS erforderlich war.

Kontinuierliche Optimierung in allen Bereichen

Um den ökologischen Fußabdruck eines jeden Produktes weiter zu minimieren, plant Saint-Gobain Glass eine Reihe von Maßnahmen bzw. hat sie bereits umgesetzt:

  • Alle Saint-Gobain Flachglaswerke in Deutschland sind mit Elektrofiltern ausgestattet, um den Staub und die Schwefeldioxid-Emissionen (SOx) herauszufiltern, mehr noch: Ende 2012 werden es voraussichtlich 100 % aller weltweiten Saint-Gobain Floatlinien sein.
  • Stickoxid-Emissionen (NOx) werden durch Primärmaßnahmen, d.h. durch eine optimale Einstellung der Befeuerung der Schmelzwannen nach BAT (Best Available Technology), ohne den Einsatz weiterer Absorptionsmittel reduziert.
  • Die Flachglasproduktion läuft mit einem hohen Anteil an Energierückgewinnung durch regenerative Schmelzwannen und Wärmetauscher.
  • Von 2007 bis 2010 konnten sowohl der Energieverbrauch als auch die CO2 Emissionen der Flachglasproduktion um 5,6 % gesenkt werden.
  • Ein hoher Recyclinganteil von 30 % Scherben im Glas führt zu einer Reduzierung der benötigten Schmelzenergie. Ziel ist es, den Anteil sukzessive weiter zu erhöhen.
  • Der Bereich Forschung + Entwicklung arbeitet kontinuierlich an den Herausforderungen des Energieverbrauchs.
  • Alle deutschen Saint-Gobain Glass Standorte sind nach internationalen Standards zertifiziert:
    • ISO 14001 Umweltschutzmanagement,
    • ISO 50001 Energiemanagement,
    • ISO 9001 Qualitätsmanagement,
    • OHSAS 18001 Arbeitsschutzmanagement,
  • 100 % der weltweiten Saint-Gobain Floatglaslinien werden bis Ende 2012 nach ISO 14001 zertifiziert sein.
  • Heute sind es bereits 60 % aller Glassolutions-Standorte. Bis Ende 2013 werden es 90 % sein.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Saint-Gobain Glass

Saint-Gobain Glass ist europa- und weltweit Marktführer für beschichtetes Flachglas und garantiert seinen Kunden die Lieferung qualitativ hochwertiger Glasprodukte. Unter einem einheitlichen Markennamen stellt die Marke Saint-Gobain Glass klares und ultraklares, getöntes, Verbund-, bedrucktes, verspiegeltes und lackiertes Flachglas her.

Das Unternehmen hat mehr als 10.000 Mitarbeiter und unterhält Betriebsstätten in über 30 Ländern weltweit. Es erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und hat 36 Produktionseinheiten für Flachglas („Floats“) und mehr als 15 Magnetronanlagen („Coater“).

Weitere Informationen auf der Website http://de.saint-gobain-glass.com/

Glassolutions

Glassolutions veredelt und vertreibt eine breite Palette von Verglasungen für die Baubranche. Das Unternehmen liefert Produkte für Innen- und Außenanwendungen, sowohl für den Neubausektor als auch für die Sanierung von Altbauten. Dieses Veredelungs- und Vertriebsnetz für Verglasungen aller Art deckt ein breites Feld von Anwendungen ab: Fassadenbau, große architektonische Projekte, Innenarchitektur, Wohnungseinrichtung, Stadtmöblierung, gewerbliche Kühlgeräte, industrielle Holztechnik, optische Hochtechnologie und elektrische Haushaltsgeräte.

Das Unternehmen hat mehr als 11.100 Mitarbeiter und unterhält Betriebsstätten in über 20 Ländern weltweit. Es erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und hat rund 220 Veredelungsbetriebe.

Weitere Informationen auf der Website www.glassolutions.de.

Ansprechpartnerin für die Presse: Janina Wotske  →• Kontakt